Atemwegserkrankungen sowie Krätze sind nach Angaben der Organisation «Ärzte der Welt» mehr als fünf Wochen nach der Erdbebenkatastrophe die drängendsten gesundheitlichen Probleme in der Südosttürkei. Die Krätzmilbe lasse sich schwer bekämpfen, weil die Menschen auf engstem Raum lebten, sagte Günter Fröschl, Vorstandsmitglied der Organisation «Ärzte der Welt», der Deutschen Presse-Agentur. Die Hauterkrankung, die unter anderem mit starkem Juckreiz einhergeht, sei zudem hochansteckend. «Die Behandlung würde nur gut laufen, wenn die komplette Zeltstadt behandelt wird», sagte er. Man müsse eigentlich eine Massenbehandlung machen, dies sei jedoch gerade in abgelegenen Dörfern schwierig. Der Arzt aus München ist zurzeit mit einem Team in der Provinz Hatay unterwegs. Das Team fahre vor allem in Dörfer in die Berge nahe der syrischen Grenze. Dorthin seien vor allem viele syrische Flüchtlinge und ärmere Menschen aus der Türkei geflohen. Die Ortschaften seien um ein Vielfaches ihrer eigentlichen Einwohnerzahl angewachsen. Die Menschen lebten teils dicht gedrängt in Zelten oder in Containern. Es sei generell feucht und kalt. «Ein Drittel der Menschen, die wir behandeln, haben Atemwegsprobleme: Fieber, Halsschmerzen, bis hin zur Lungenentzündung», sagte Fröschl. Im Team seien auch Mitarbeiter, die selbst aus dem Erdbebengebiet kommen. «Ich finde es ganz erstaunlich, wie die Leute sich hier engagieren, obwohl sie selbst stark betroffen sind», so der Arzt.
Bildnachweis: © Günter Fröschl/Organisation Ärzte der Welt/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Viele Fälle von Krätze im Erdbebengebiet
Fünf Wochen nach dem verheerenden Erbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion ist die gesundheitliche Lage in manchen Camps kritisch. Ansteckende Krankheiten breiten sich aus.
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
14-Jähriger angeschossen - 20-Jähriger mit Stichverletzungen
Spätabends schießen Maskierte in Hamburg auf einen 14-Jährigen. Die Polizei findet einen zweiten Verletzten, aber keinen Tatverdächtigen. Ist ein Streit eskaliert?
- 23. September 2026
Hurrikan «Polo» rückt an: Mexiko schließt Häfen und Schulen
Der starke Wirbelsturm bewegt sich sehr langsam im Pazifik voran. In den kommenden Tagen soll «Polo» Starkregen nach Mexiko bringen. Die Behörden befürchten Überschwemmungen und Erdrutsche.
- 15. September 2026
FAS NRW feiert 25 Jahre Suchtselbsthilfe im NRW-Landtag
Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum des FAS NRW. Im Mittelpunkt standen mehr Teilhabe, Akzeptanz und die Mitgestaltung der Suchthilfe.
Neueste Artikel
- 10. Oktober 2026
Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.
- 10. Oktober 2026
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. Oktober 2026
Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.
- 10. Oktober 2026
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.





