23. Oktober 2018 / Allgemeines

Mit der Berufsfelderkundung zum idealen Ausbildungsplatz

‚Kein Abschluss ohne Anschluss NRW‘ bietet Ein-Tages-Praktika für Achtklässler an

Mit der Berufsfelderkundung zum idealen Ausbildungsplatz

Gütersloh. Den persönlichen Traumjob zu finden, ist gar nicht so einfach. Damit Jugendliche nach ihrem Schulabschluss nicht planlos in ihre berufliche Zukunft schauen, bietet das landesweite Programm ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ (KAoA) etwa 4.000 Schülerinnen und Schülern der achten Klassen im Kreis Gütersloh Praktika zur Berufsfelderkundung an. Vertreter von Unternehmen, Schulen und Bildungsträgern trafen sich beim Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh zu einer Infoveranstaltung, um ihre Erfahrungen nach den fünften Berufsfelderkundungstagen im Kreisgebiet auszutauschen.

„Bei der Initiative geht es darum, Schule und Wirtschaft zusammen zu bringen“, erklärte Alena Miorini, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmerverbands für den Kreis Gütersloh. Denn nicht nur die Schülerinnen und Schüler können erste Betriebsluft schnuppern, sondern die Unternehmen haben die Möglichkeit, potenzielle Auszubildende im Vorfeld kennenzulernen und für ihren Betrieb zu gewinnen.

Fritz Husemann ist Inhaber des gleichnamigen Unternehmens im Bereich Energie- und Automatisierungstechnik und bietet seit Beginn des Programms Berufsfelderkundungen für Schülerinnen und Schüler an. „Wir überlegen uns immer genau, wie wir den Tag für die Jugendlichen spannend und lehrreich gestalten können“, referierte Husemann bei der Informationsveranstaltung. Eine Berufsfelderkundung in seinem Unternehmen beginnt für die Praktikanten mit einer Einweisung in die Arbeitssicherheit bevor es in den Betrieb geht. Dort können sie selber Hand anlegen und dürfen am Ende des Tages ihre jeweilige Arbeitsprobe, wie beispielsweise ein Fahrradschloss, mit nach Hause nehmen.

Bei den Berufsfelderkundungstagen können die Schülerinnen und Schüler drei verschiedene Berufe in je einem Praktikumstag erproben und sich so ein Bild von den jeweiligen Aufgabenfeldern machen. Im Idealfall bildet sich so ein Interessenschwerunkt heraus, auf den sie sich im eigentlichen Betriebspraktikum in der neunten Klasse konzentrieren können. Aber selbst, wenn das ausgesuchte Berufsfeld in der Praxis nicht die Erwartungen erfüllt hat, haben die Schülerinnen und Schüler dennoch eine wichtige Erkenntnis mitgenommen und können sich neu orientieren. „Denn jeder, der später im falschen Beruf landet, geht nicht gerne zur Arbeit und bricht eventuell sogar seine Ausbildung ab“, hob Miorini hervor.

Auch Ulrike Dietrich stellte ihren Friseursalon als Praktikumsplatz vor. „Langeweile gibt es bei uns nicht. Die Schülerinnen und Schüler, denn auch Jungen interessieren sich für unseren Beruf, dürfen direkt loslegen.“ Handreichungen, Kundenkontakt und sogar Haare frisieren – letzteres allerdings nur an der Modellpuppe – stehen bei ihr auf dem Programm. Dabei werden die Praktikanten in das Team integriert und die Mitarbeiter nehmen sich Zeit, alle Fragen zu beantworten.

„Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler nach dem Arbeitstag mit einem produktiven Gefühl nach Hause gehen“, waren sich die Unternehmer und Pädagogen einig.

Auch zwei Schülerinnen von der Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Gütersloh berichteten von ihren Praktika. Für sie sind die Berufsfelderkundungstage eine großartige Gelegenheit sich frühzeitig auszuprobieren und zu orientieren, um später ihren jeweiligen Traumberuf finden zu können. Die Berufsfelderkundungen geben zudem die Möglichkeit, erste Kontakte in die Arbeitswelt zu knüpfen und einen Ausbildungsplatz zu finden.

Bildzeile:
Vertreter von Unternehmen, Schulen und Bildungsträger trafen sich zur Informationsveranstaltung im Forum des Unternehmerverbandes für den Kreis Gütersloh, um ihre bisherigen Erfahrungen mit den Berufsfelderkundungstagen auszutauschen. Foto: Kreis Gütersloh

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