Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 16 Jahre alten Flüchtling in Dortmund ist der Schütze suspendiert worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen. Vier weitere Beamte wurden laut Polizei Dortmund zunächst intern versetzt. Der Rechtsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages kommt am Mittwoch (7. September) zu einer Sondersitzung zusammen. Die SPD-Fraktion hatte die Sitzung beantragt. Am Tag danach wird der Innenausschuss des Landtags zu einer geplanten Sitzung zusammenkommen - und ebenfalls über den Fall Dortmund sprechen. Auf der Tagesordnung steht ein Bericht zu dem Vorfall. Der suspendierte Polizeibeamte hatte laut aktuellem Ermittlungsstand sechs Mal mit seiner Maschinenpistole auf den mit einem Messer bewaffneten Jugendlichen geschossen. Vier Schüsse davon trafen, heißt es in einem neuen Bericht an den Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags, der am Freitag veröffentlicht wurde. Außerdem wurden Pfefferspray und Taser von den Beamten eingesetzt. Der 16-Jährige starb im Krankenhaus. Gegen den Schützen wird zurzeit noch wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Laut dem Bericht prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Ermittlungen auf Totschlag ausgeweitet werden. Laut Ermittlungsstand ist nicht klar, ob und wie der Jugendliche tatsächlich mit einem Messer auf die Beamten zugegangen war. Die Polizei war am 8. August zum Innenhof einer Jugendhilfeeinrichtung gerufen worden, in dem sich der 16-Jährige ein Messer mit einer 15 bis 20 Zentimeter langen Klinge an den Bauch hielt. Der Einsatz lief daher zunächst als Einschreiten bei einem Suizidversuch. «Wir haben eine Tonaufnahme», sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Carsten Dombert am Freitag. Der Betreuer der Jugendhilfeeinrichtung, der den Notruf gewählt hatte und in der Nähe des Einsatzes blieb, sei während der ganzen Zeit in der Leitung geblieben. Das Bundeskriminalamt (BKA) werte die Aufnahme noch aus, man warte auf das Gutachten. Es seien der Betreuer und der Polizeibeamte in der Leitstelle zu hören, sagte Dombert. Im Hintergrund höre man auch Menschen sprechen und Knallgeräusche, die von Tasern oder der Maschinenpistole stammen könnten. Das BKA sei offenbar in der Lage, diese Geräusche zu extrahieren und zu bewerten.Es geschah am 8. August
Einsatz wurde aufgezeichnet
Bildnachweis: © Gregor Bauernfeind/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Tödliche Polizeischüsse in Dortmund - Schütze suspendiert
Die Polizei hatte die Disziplinarverfahren gegen die Beamten am Donnerstagabend öffentlich gemacht. Welcher der fünf Beamten suspendiert wurde, bleibt unklar.
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
14-Jähriger angeschossen - 20-Jähriger mit Stichverletzungen
Spätabends schießen Maskierte in Hamburg auf einen 14-Jährigen. Die Polizei findet einen zweiten Verletzten, aber keinen Tatverdächtigen. Ist ein Streit eskaliert?
- 23. September 2026
Hurrikan «Polo» rückt an: Mexiko schließt Häfen und Schulen
Der starke Wirbelsturm bewegt sich sehr langsam im Pazifik voran. In den kommenden Tagen soll «Polo» Starkregen nach Mexiko bringen. Die Behörden befürchten Überschwemmungen und Erdrutsche.
- 15. September 2026
FAS NRW feiert 25 Jahre Suchtselbsthilfe im NRW-Landtag
Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum des FAS NRW. Im Mittelpunkt standen mehr Teilhabe, Akzeptanz und die Mitgestaltung der Suchthilfe.
Neueste Artikel
- 10. Oktober 2026
Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.
- 10. Oktober 2026
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. Oktober 2026
Nach gescheiterter Hinrichtung: Pike verlässt Krankenhaus
Nach der gescheiterten Hinrichtung in Tennessee machte Christa Pike zuletzt gesundheitliche Fortschritte. Jetzt hat sie das Krankenhaus verlassen.
- 10. Oktober 2026
Erste Bilanz: Keine Toten bei Erdbeben in Panama
Verglichen mit den jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien fällt die erste Katastrophenbilanz in Panama recht glimpflich aus. Es gab mindestens 27 Verletzte.





