13. November 2022 / Aus aller Welt

Vier von fünf Menschen in Deutschland sparen Treibhausgase

Weniger Konsum, Verzicht auf Flugreisen oder vegane Ernährung: Der Großteil der Menschen in Deutschland versucht, durch das eigene Verhalten zur Eindämmung der Erderwärmung beizutragen.

In Ägypten verhandeln derzeit Vertreter aus fast 200 Ländern über den Kampf gegen die Erderwärmung.
Veröffentlicht am 13. November 2022 um 08:06 Uhr von dpa

Vier von fünf Menschen in Deutschland sparen nach eigenem Bekunden Treibhausgase ein und versuchen damit, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Das zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur.

So gaben 45 Prozent der 2022 Befragten an, sie versuchten, weniger Konsumgüter zu kaufen. 40 Prozent verzichten demnach komplett auf Flugreisen, 12 Prozent teilweise. Rund ein Drittel (36 Prozent) verzichtet zumindest zum Teil auf Autofahrten, 13 Prozent gänzlich. Ein knappes Drittel (31 Prozent) vermeidet tierische Lebensmittel teilweise, 5 Prozent leben nach eigenen Angaben vegan.

Die allermeisten Befragten versuchen also, durch das eigene Verhalten zur Eindämmung der Erderwärmung beizutragen. Ein Fünftel wählt Parteien, die sich für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzen, 4 Prozent nehmen an Protesten oder Demonstrationen für Maßnahmen gegen den Klimawandel teil. 15 Prozent gaben an, gar nichts zu tun.

Eine Minderheit leugnet den Klimawandel

Trotz eigenen Engagements sieht aber mehr als jeder Zweite (54 Prozent) vor allem große Unternehmen und die Regierung bei der Bekämpfung des Klimawandels in der Verantwortung. 29 Prozent denken, die Verantwortung liege vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern. Je nach Fragestellung erklärten zwischen 3 und 6 Prozent, es gebe keinen Klimawandel - eine Haltung, die im Widerspruch steht zu den Erkenntnissen seriöser Wissenschaftler.

Eine deutliche Mehrheit der Menschen im Land macht sich Sorgen wegen der zunehmenden Erderwärmung, mit 37 Prozent, die angaben «sehr besorgt» zu sein und 34 Prozent, die angaben «etwas besorgt» zu sein. Rund ein Fünftel sorgt sich kaum (13 Prozent) oder gar nicht (9 Prozent) darum.

Ältere sind stärker besorgt

Generell ist die Sorge wegen des Klimawandels bei Frauen weiter verbreitet als bei Männern. Obwohl Frauen eher Unternehmen und Regierungen bei der Bekämpfung der Erderwärmung in der Pflicht sehen und Männer eher den Einzelnen, geben Frauen häufiger an, ihr eigenes Verhalten zu ändern.

Befragte über 70 zeigten sich noch häufiger beunruhigt als Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Am entspanntesten blicken Befragte in ihren Vierzigern auf die Erderwärmung.

Im ägyptischen Scharm el Scheich verhandeln derzeit Vertreter aus fast 200 Ländern über den weiteren Kampf gegen die Erderwärmung. Zugleich fordern ärmere Länder von Industriestaaten wie den USA mehr Zusagen bei der Finanzierung, um klimabedingte Schäden und Verluste einzudämmen.


Bildnachweis: © Jean-Francois Badias/AP/dpa
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