In Afrika sind erst 6,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Trend bei den Neuinfektionen zeigt insgesamt zwar nach unten, in mehreren Staaten des Kontinents hat sich aber eine vierte Corona-Welle ausgebreitet, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht. Sorgen bereiten neben der niedrigen Impfquote auch offiziell bisher unbestätigte Berichte über eine neue Virusvariante, die in Südafrika aufgetreten sein soll, wo die Infektionszahlen langsam wieder steigen. John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) betonte am Donnerstag, die Daten würden untersucht und ausgewertet. «Wir beobachten das sehr genau», sagte er. Aktuell könnten dazu aber keine Aussagen getroffen werden. Insgesamt ist Trend bei den Neuinfektionen in Afrika derzeit rückläufig. Gegenüber der Vorwoche sank die Zahl um 11 Prozent, die Zahl der Todesfälle um 15 Prozent. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC rund 8,6 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 222.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Angaben von Nkengasong auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen allerdings höher liegen. Er sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. Die Impfung älterer und kranker Menschen müsse Vorrang haben vor Booster-Impfungen oder Vorsorge-Impfungen von Kindern, mahnte er. Andernfalls gerate das Ziel in Gefahr, bis Ende kommenden Jahres 70 Prozent der afrikanischen Bevölkerung zu impfen. Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. Bisher hat Afrika laut CDC rund 403 Millionen Impfdosen beschafft, von denen 55 Prozent verabreicht wurden. Nkengasong begründete die niedrige Impfquote unter anderem mit logistischen Problemen und rief dazu auf, in den einzelnen Staaten wieder verstärkt zu testen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind auf dem Kontinent bisher lediglich 27 Prozent des medizinischen Personals voll gegen Covid geimpft. Die am Donnerstag vorgestellten Zahlen basieren auf Daten aus 25 afrikanischen Staaten. Seit März sind danach 1,3 Millionen Menschen aus Gesundheitsberufen voll geimpft worden. Allerdings gibt es von Land zu Land beträchtliche Unterschiede, wie WHO-Vertreter schilderten. In sechs Ländern seien mehr als 90 Prozent des medizinischen Personals voll geimpft, darunter im westafrikanischen Togo, in Ruanda, Lesotho und den Kapverdischen Inseln. Zu den Schlusslichtern gehören dagegen große und oft von Konflikten geprägte Staaten wie die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik, ebenso Tschad und Kamerun. In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, haben nur etwa 30 Prozent der Menschen in den medizinischen Berufen den Angaben zufolge vollen Impfschutz. Eine besondere Herausforderung seien die ländlichen Gebiete. «Die Mehrheit des afrikanischen Gesundheitspersonals hat noch keinen Zugang zu Impfstoffen und bleibt dem gefährlichen Risiko einer Covid-Infektion ausgesetzt», betonte Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika. Wenn Ärzte, Krankenschwestern und anderes Personal ungeschützt sei, bedeute dies auch ein Risiko, bei der Bekämpfung der Pandemie Rückschläge zu erleiden. «Selbst wenn sich nur einer infiziert und stirbt, ist das einer zu viel.»Trend bei Neuinfektionen rückläufig
27 Prozent des medizinischen Personals geimpft
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Vierte Corona-Welle in Teilen Afrikas - 6,6 Prozent geimpft
In Teilen Afrikas breitet sich die vierte Corona-Welle aus, während erst 6,6 Prozent der Menschen vollständig geimpft sind. Insgesamt sei der Trend der Neuinfektionen aktuell rückläufig.
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